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Diagnose - Alkoholabhängigkeit erkennen


Bin ich alkoholabhängig? Kriterien zur Selbstdiagnose

Wenn Sie auf die roten Links klicken, gelangen Sie jeweils in einem neuen Fenster zu verschiedenen medizinisch anerkannten Kriterien & Fragebögen, die Ihnen erste Hinweise darauf geben, ob Sie gefährdet sind:

MALT

In der letzten Zeit leide ich häufiger an einem Zittern der Hände... mehr »

AUDIT

Wie oft nehmen Sie ein alkoholisches Getränk zu sich ...? mehr »

LAST

Sind Sie immer in der Lage, Ihren Alkoholkonsum zu beenden ...? mehr »

CAGE

Haben Sie schon einmal das Gefühl gehabt, dass Sie weniger Alkohol ...? mehr »

ICD-10

Ein starker Wunsch oder eine Art Zwang, Alkohol zu konsumieren ... mehr »

DSM-IV

Erhebliche Probleme in Haushalt, Familie oder Schule ... mehr »

 

Symptome beginnender oder bereits bestehender Abhängigkeit

Wenn mehrere der nun folgenden Punkte zutreffen, liegt sehr wahrscheinlich ein Alkoholproblem vor. Untrügliche erste Anzeichen sind vor allem: Schlafstörungen, Schwitzen ohne Anstrengung, Zittern der Finger nach längerer Abstinenz, Unruhezustände, morgendliche Appetitlosigkeit und Brechreiz sowie Verdauungsbeschwerden.


+++ Zittern, Schwitzen, Brechreiz, Appetitlosigkeit, Verdauungsbeschwerden

* Erst schwaches, dann stärkeres Zittern von gespreizten Fingern, geschlossenen Lidern, herausgestreckter Zunge, später eventuell sogar beider Arme (typisch: 'Flattern' der Finger, vor allem wenn längere Zeit kein Alkohol konsumiert wurde)

* Feuchte Hände

* Starkes Schwitzen (auch tagsüber) ohne große Anstrengungen

* Mangelnder Appetit (besonders morgens), trotzdem anfangs Gewichtszunahme (Alkoholkalorien), später deutlicher Gewichtsverlust, bis hin zur Abmagerung

* Übelkeit und Brechreiz, besonders morgens (Trockenwürgen)

* Verdauungsbeschwerden aller Art, vor allem anhaltende Verstopfung oder noch häufiger wässriger Durchfall, Blähungen

* Völlegefühl (v.a. im Oberbauch), Aufstoßen


+++ Unruhe, Reizbarkeit, Lustlosigkeit, Schlafstörungen

* Starke Unruhe, Niedergeschlagenheit, Lustlosigkeit, unerklärliche Stimmungsschwankungen

* Vermehrte Aggressivität, Gereiztheit und Kränkbarkeit, schnelles 'Explodieren'; das Gefühl, verfolgt zu werden

* Schlafstörungen; unruhiger Schlaf mit häufigen Unterbrechungen, Durchschlafstörungen

* Beim Aufstehen das Gefühl, unausgeruht, müde und zerschlagen zu sein

* Verminderte Konzentrationsfähigkeit, Gedächtnislücken, geringere Leistungsfähigkeit bei der Arbeit



+++ Unangenehme körperliche 'Zustände'

* Unspezifisches Durstgefühl

* Stechen und Klopfen in der Herzgegend, Unregelmäßigkeit von Herzschlag und Atemfrequenz

* Schwindel, Schwächezustände, Kreislaufstörungen mit Kollapsneigung, gelegentlich sogar Anfälle von "unklarer" Bewusstlosigkeit (kein Krampfanfall)

* Atemnot, chronische Bronchitis

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+++ Entzündungen, Schmerzen, sexuelle Störungen

* Oft 'unerklärliche' Entzündungen von Nase, Nebenhöhlen, Rachen, Luftleitern, Lunge (Schniefen, permanente 'Erkältung')

* Erkrankungen von Magen, Darm (gelegentliches Erbrechen von Blut), Bauchspeicheldrüse, Gallenblase, Harnblase, Vorsteherdrüse u.a.

* Leichtes Drücken unter dem rechten Rippenbogen (Lebervergrößerung), besonders bei vorgebeugter Haltung

* Nachlassen von Potenz und sexuellem Verlangen

* Stechen, reißende Schmerzen an den Beinen, Missempfindungen

* 'Ameisenlaufen', Kribbeln, Taubheit an Armen und Beinen, brennende Fußsohlen

* Schwäche in den Armen und vor allem den Beinen

* gelegentlich Seh- und Pupillenstörungen

* evtl. Stimmveränderungen (rauher, tiefer)


+++ Veränderungen der Haut, der Augen und der Zähne

* Schwammiges und aufgedunsenes Gesicht mit Neigung zu Hautveränderungen, beginnende Trinkernase (Rhinophym)

* Grau-bräunlich bis blässlich-bräunlicher Grundton der Haut, Hautschrumpfung durch Schwund des Bindegewebes unter der Oberhaut, Bildung sogenannter Pergament- oder Geldscheinhaut, weiße Flecken auf der Streckseite von Armen und Beinen

* Augenbindehautentzündung (Rötung und Schwellung, starke Absonderung)

* Zahnschäden

* Kopfbehaarung bei der Frau zunehmend brüchig und struppig

* Brustentwicklung und typisch weibliche Schambehaarung beim Mann (Hormonverschiebungen)

* Zunge braun-weißlich belegt

* Feinere bis gröbere Gefäßerweiterungen im Gesicht, rote Äderchen

* Sogenannte Gefäßspinnen (rote spinnenartige Gefäßsternchen, die auf Druck ablassen, sich jedoch sofort wieder füllen) im Gesicht und am oberen Schultergürtel

* Rötungen am Daumen- und Kleinfingerballen

* Nägel weiß oder opak gefärbt, mitunter mit Querbändern

* Korkenzieherartig gewundene Gefäße in der äußeren festen Hülle des Augapfels, der sogenannten Lederhaut

* Neigung zu Hautblutungen mit zum Teil großflächigen Blutergüssen, zumeist in der Gegend von Schulter und Becken (durch alkoholbedingt häufiges Anstoßen im Rausch und Blutbildveränderung)

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Erste Hinweise auf Alkoholprobleme

Lesen Sie auch die detaillierte Übersicht über Symptome »

1. Wesensänderung

z.B. Gereiztheit, Aggressivität, Verschlossenheit, Unruhe, Depressivität, heftige Stimmungsschwankungen

2. Verhaltensänderung

z.B. zunehmende Nachlässigkeit, Aufgeben von Interessen und Perspektiven über längere Zeit, Trennung von Freunden, Abbruch und Neubewertung von Beziehungen

3. Körperliche Veränderungen

z.B. Änderung des Kleidungsstils, Vernachlässigung der Körper- und Zahnpflege, Abmagerung durch Appetitlosigkeit, 'gebrochener' Gang, gedunsenes Gesicht, gerötete Augen, regelmäßige morgendliche Fahne oder Pfefferminz-überdeckter Alkoholgeruch; vermehrtes Schwitzen; Zittern und Unruhe, die durch Alkoholkonsum zu stoppen sind bzw. morgendliches Zittern, das im Laufe des Tages verschwindet

4. Konzentrationsstörungen

5. Änderung der Lebensgewohnheiten

6. Änderung der Trinkgewohnheiten

z.B. morgendliches Trinken, schnelles Trinken der ersten Gläser, hastiges und heimliches Trinken, 'Vor-Trinken' vor Verabredungen, Einschränkungen des Alkoholkonsums in der Öffentlichkeit zur Vertuschung, Mitführen von 'Flachmännern', Umsteigen auf härtere Alkoholika, vermehrtes Trinken mit Strohhalm, regelmäßiges 'Letzter-Gast-Sein' und 'Nicht-Aufhören-Können'

7. Leistungseinschränkungen am Arbeitsplatz

z.B. Leistungsschwankungen und Leistungsabnahme, häufige Kurzerkrankungen, kurze, aber häufige Fehlzeiten vor/nach dem Wochenende

8. Straffälligkeit

9. Hoher Geldbedarf

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Fragebogen zur Selbstbefragung

* Bedroht das Trinken Ihren Arbeitsplatz?

* Befanden Sie sich wegen Ihres Trinkens schon in ärztlicher Behandlung?

* Beginnen Sie zu schwitzen, wenn Sie über eine längere Zeit hinweg keinen Alkohol trinken?

* Benötigen Sie Alkohol zu bestimmten Tageszeiten?

* Hat sich Ihr täglicher Alkoholgebrauch gesteigert?

* Ist es für Sie zur Selbstverständlichkeit geworden, am nächsten Morgen wieder ein Glas zu trinken?

* Meinen Sie manchmal, Sie könnten Ihre Arbeit (Ihr Leben) nur mit Alkohol ertragen?

* Können Sie nicht mehr aufhören, wenn Sie begonnen haben, auch nur kleine Mengen zu trinken?

* Lehnen Sie es ab, über Alkohol zu diskutieren, weil Sie ein schlechtes Gewissen haben (könnten)?

* Sind Ihre Gedanken zu den unmöglichsten Zeiten beim Alkohol?

* Stärken Sie sich vor der Arbeit bereits morgens am Kiosk oder in einem Lokal mit Alkohol?

* Suchen Sie häufig im Alkohol Vergessen?

* Trinken Sie aus Trotz und um zu beweisen, dass Sie Ihre eigenen Entscheidungen treffen?

* Trinken Sie die ersten Gläser Alkohol immer schnell leer, um die Alkoholwirkung schnell zu spüren?

* Trinken Sie heimlich?

* Vernachlässigen Sie Ihre Arbeit wegen des Alkohols?

* Zittern Ihre Hände und schwitzen Sie, wenn Sie eine gewisse Zeit keinen Alkohol einnehmen?

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Generelle Leistungseinschränkungen

Wie Alkohol auf den Organismus wirkt, hängt von verschiedenen individuellen Faktoren ab: Der Art und Menge des aufgenommenen Alkohols, der persönlichen Verfassung (Gesundheitszustand, Psyche, Ernährungsgewohnheiten, Geschlecht, Alter, Alkoholgewöhnung) sowie dem Umfeld des Trinkens (wird unter Freunden, Fremden oder allein getrunken, etc.) Die Bandbreite des Rausches ist breit: Einige Trinker werden aggressiv, übertrieben selbstbewusst und redselig, andere melancholisch, gereizt und schweigsam. Mit steigendem Alkoholkonsum gehen diese Zustände oft fließend ineinander über. Übrigens gibt es ebensoviele Kater wie Räusche; auch hier reagiert jeder Mensch anders.

Generell führt starker Alkoholkonsum jedoch zu folgenden Leistungseinschränkungen, wenn auch in individuell unterschiedlicher Ausprägung (nach GILG 1995):

* Allgemeine Enthemmung, Reizbarkeit, Aggressivität, Affektlabilität

* Einschränkung des Kritikvermögens

* Scheinbar vermehrte Leistungskraft, erhöhte Risikobereitschaft

* Erhöhte Ablenkbarkeit, Sorglosigkeit, Nachlässigkeit

* Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen, verminderte Wachheit, verwaschene Sprache

* Eingeschränkte Reaktionsfähigkeit angesichts komplexer Situationen

* Verringertes Sehvermögen (u.a. Störungen der Koordination der Augen, vermindertes Dämmerungssehen, erhöhte Blendempfindlichkeit, Verkleinerung des Gesichtsfelds, sprunghaftes Sehen, 'Doppeltsehen')

* Vermindertes Hörvermögen

* Störungen des Gleichgewichtssinns, des Lage- und Raumgefühls sowie der Orientierung

* Einschränkungen bei der Bewegungskoordination, überschießende Bewegungen

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Alkoholmissbrauch oder Alkoholabhängigkeit?

Einige Therapeuten unterscheiden zwischen Alkoholmissbrauch und Alkoholabhängigkeit. Zur Abgrenzung dient ihnen dabei die Anzahl der DSM-IV-Kriterien, wobei weniger als drei Kriterien lediglich einen Missbrauch, drei oder mehr Kriterien aber Abhängigkeit implizieren sollen. Amerikanische Studien (Project MATCH) haben jedoch gezeigt, dass der Übergang zwischen dem zweiten und dem dritten Kriterium fließend verläuft. Sowohl Symptome als auch Folgeprobleme der Abhängigkeit steigen allmählich an, so dass man von einem 'schleichenden' Beginn sprechen kann.

Oftmals soll die Abgrenzung von Missbrauch und Abhängigkeit als Entscheidungshilfe darüber dienen, ob 'Kontrolliertes' Trinken (noch) möglich ist, oder ob das Ziel eine völlige Abstinenz sein sollte. Die Wahl der richtigen Therapie hängt jedoch noch von anderen Faktoren ab -, wie etwa der Persönlichkeitsstruktur und dem Trinkmuster des Alkoholkranken.

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Ärztliche Diagnostik



Auszüge aus:

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"Die Diagnosestellung, die nur bei fortgeschrittenem Krankheitsbild leicht ist, (wird) durch Abwehr des Patienten erheblich erschwert, der seine Realität in der Regel nicht akzeptiert, verdrängt und somit verkennt."

"Um Alkoholkranke zu diagnostizieren und zu identifizieren, benötigt der Arzt nicht nur ausreichende Kenntnisse über Wesen, Formen, Entwicklung und Folgeschäden der Alkoholkrankheit, sondern auch eine annehmende, einfühlende und verstehende Haltung, die dem Patienten gestattet, Ängste und Abwehr zu reduzieren, eigene Realität anzunehmen und sich mitzuteilen."

"Da sich in den Frühstadien der Alkoholkrankheit somatische Folgeschäden nach Trinkpausen rasch zurückbilden und selbst ausgeprägte alkoholinduzierte Organschäden nach jahrelanger manifester Alkoholabhängigkeit weitgehend unspezifisch und somit zur Sicherung der Diagnose nur bedingt relevant sind, ist der Arzt auf Angaben des Patienten angewiesen. Erhebungen von körperlichen, seelischen und sozialen Schäden, die eine alkoholtoxische Genese vermuten lassen, gestatten erst im Zusammenhang mit Kenntnissen über Form, Pathologie und Entwicklung des Trinkverhaltens, die Diagnose zu stellen."



+++ Auf den ersten Blick

Bereits bei der ärztlichen Untersuchung können Alkoholprobleme erkannt werden. 'Auf den ersten Blick' erkennbare Anzeichen sind:

Alkoholfahne bzw. wiederholter 'Pfeffigeruch', gerötetes und/oder aufgedunsenes Gesicht, gerötete Bindehaut, Voralterung, ein bräunlich/gelblich-blasser Hautton, zitternde, feuchte Hände, ungepflegtes Erscheinungsbild, unsicherer Gang ('tapsig', leicht breitbeinig), motorische Unruhe, Nervosität, Fahrigkeit, Tremor, vermehrtes Schwitzen, Bierbauch und Muskelatrophie an den Beinen sowie ein gereiztes Verhalten mit verminderter Impulskontrolle (Aggressivität).

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+++ Klagen des Patienten

* über Unruhezustände, Schweißausbrüche, feuchte Hände und Tremor der Hände

* über Konzentrations- und Merkfähigkeitsstörungen, Gedächtnislücken, Schlafstörungen und Leistungsabfall

* über Appetitlosigkeit, Magen-Darm-Störungen, Völlegefühl im Oberbauch, morgendliche Übelkeit und gehäufte Durchfälle

* über Sensibilitätsstörungen, Unlustgefühle, depressive Verstimmungen und Störungen der sexuellen Potenz

sollten den Arzt immer veranlassen, Alkoholismus als Ursache in sein differentialdiagnostisches Denken einzubeziehen. Quelle: ebda."

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+++ Fragen an den Patienten unter Berücksichtigung der verschiedenen Trinkmuster

Fragen nach dem Trinkverhalten des Patienten müssen sowohl Symptome des Gamma- als auch des Delta-Alkoholismus berücksichtigen. Fragen, die ausschließlich Trinkmenge und Trinkhäufigkeit betreffen, lassen lediglich Alkoholmissbrauch, nicht aber Alkoholkrankheit erkennen. Diagnostisch relevante Fragen berücksichtigen:

* Erleichterungstrinken (Trinken wegen der Wirkung)

* starkes Verlangen nach Alkoholkonsum

* Gedächtnislücken nach Alkoholkonsum ("Filmrisse")

* allein und heimliches Trinken

* Kontrollverluste

* körperliche Entzugszeichen (z. B. Tremor der Hände)

* Toleranzentwicklung (Zunahme der Verträglichkeit)

* morgendliches Trinken

* tagelanges Trinken

* körperliche und soziale Folgen durch Alkoholkonsum.

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+++ Körperliche Anzeichen

* Fleckige Rötungen der Daumen- und Kleinfingerballen, der Fußsohlen sowie der Endglieder der Finger an den Handinnenflächen (Palmarerytheme)

* Graue, teigige Haut, Geldscheinhaut

* Facies alcoholica

* häufige Konjunktivitis

* 'Knollennase' (Rhinophym), rote Nase

* Lacklippen (glänzend rot, wie mit Lippenstift bestrichen), Lackzunge

* Vergrößerung der männlichen Brustdrüsen (Gynäkomastie)

* Lebersternchen (Spider naevi), geplatzte Äderchen um einen zentralen roten Punkt herum, Gefäßerweiterungen in der Haut (Teleangiektasien), auffällig rote Handflächen (Palmarerythem)

* Weißnägel, wie Sanduhren vergrößerte letzte Fingerglieder (Sanduhrnägel)

* Mikrobielle Ekzeme, Akne rosacea, Schuppenflechte

* Schrumpfung der Hoden (Hodenatrophie)

* Hämorrhoiden

* Beuge-Kontraktur der Finger (Dupuytren-Kontraktur)

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Alle für Alkoholmissbrauch typischen Folgeerkrankungen sollten Anlass zur Nachfrage sein.

Bestimmte Krankheitsbilder sind typisch für einen fortgesetzten Alkoholmissbrauch: Leberschäden (Fettleber, Leberzirrhose, Hepatitis), rezidivierende Gastritis, Pankreatitis und Oesophagitis, Dupuytren'sche Kontraktur, Infektneigung, Polyneuropathie, Potenzstörungen, Depression, Schlafstörung, Unterzuckerung bei Diabetes mellitus, Appetitlosigkeit, Entzugserscheinungen und cerebrale Anfälle.

Probleme bei der Nahrungsaufnahme, häufige Intoxikation und chronischer Vitaminmangel führen zu einem allgemein schlechten Gesundheitszustand. Das Immunsystem ist geschwächt, der Patient ist besonders anfällig für Krankheiten aller Art.

Labordiagnostik »

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+++ Alkoholtypische psychische Veränderungen und Verhaltensänderungen

Alkoholkranke zeigen durch Aktivierung von Abwehrmechanismen, Traumatisierung des Selbstwertgefühls und zunehmende Ich-Schwäche Verhaltensänderungen, die dem aufmerksamen Arzt Gelegenheit geben, die Diagnose Alkoholismus zu erwägen. Es zeigen sich häufig:

* vermehrte Überempfindlichkeit und Unsicherheit, verminderte Frustrationstoleranz

* zunehmendes Misstrauen, Flucht- und Ausweichtendenzen, auffallende Stimmungslabilität mit gehäufter depressiver Verstimmung

* verminderte emotionale Kontrolle

* Ambivalenz zwischen Passivität und Aggression

* Wechsel zwischen renommistischem Imponiergehabe und Selbstmitleid

* Abnahme des Durchhaltevermögens

Rückfragen bei Partner und Angehörigen lassen häufig pathologisches Trinkverhalten als Ursache dieser Stimmungs- und Verhaltensänderungen erkennen."

Viele psychische Erkrankungen begünstigen die Entwicklung von Alkoholabhängigkeit. Dazu gehören vor allem bereits bestehende andere Abhängigkeiten, Psychosen, Angststörungen und Depressionen. Traumata, Missbrauchserfahrungen und gravierende soziale Probleme können Auslöser für Alkoholprobleme sein. Zunehmende familiäre Konflikte, finanzielle Probleme, der Verlust des Arbeitsplatzes, häufige Unfälle und Führerscheinentzug sollten ebenfalls aufhorchen lassen.

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Labordiagnostik

+++ Typische Veränderungen der Laborwerte

* auffallend hohe Gamma-GT im Verhältnis zur SGOT und SGPT

* erhöhte CDT-Werte (Carbohydrate-Deficient-Transferrin)

* Erhöhung des MCV

* Erhöhung des HDL-Cholesterins und des Apolipoproteins

* Erhöhung des Harnsäurespiegels

* Thrombozytendepression

* Hyperlipidämie mit bevorzugter Erhöhung der Triglyceride

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+++ Labor-Indikatoren für Alkoholmissbrauch

Als wesentliche Labor-Indikatoren für Alkoholmissbrauch gelten folgende Nachweisverfahren:

* Gamma-Glutamyl-Transferase (Gamma-GT)

* Mittleres korpuskuläres Volumen der roten Blutkörperchen (MCV) sowie

* Carbohydrate-Deficient Transferrin (CDT).

Gamma-GT und MCV dienen häufig als Nachweis für erhöhten Alkoholkonsum. (Wetterling et. al, 1998) Beide Methoden sind jedoch nur aussagekräftig, wenn bereits eine Organschädigung vorliegt. In dem Fall sind die Werte aber bis zu 5 Wochen (Gamma-GT) oder bis zu 3 Monate (MCV) nach Beendigung des Alkoholmissbrauchs erhöht. Bei einer nicht durch Alkohol induzierten Leberschädigung ergibt sich allerdings ein ähnliches Bild.

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+++ CDT = Carbohydrate-Deficient-Transferrin

CDT ist ein probates Mittel zur Feststellung chronischen Alkoholmissbrauchs sowie zur Therapiekontrolle bei Alkoholikern, weil es bereits nach kurzer Trinkdauer veränderte Werte anzeigt. Bei Frauen sind die CDT-Werte häufig nicht aussagekräftig und falsch negativ bzw. in der Schwangerschaft sogar erhöht.

An Sensitivität und Spezifität übertrifft es die üblichen"Alkohol-Parameter" im hohen Maße.

Nicht durch Alkohol bedingte Erhöhungen der "Leberwerte" und des MCV können durch das CDT labordiagnostisch abgeklärt werden (z.B. Hepatitis, Vitamin-B12- oder Folsäure-Mangel: CDT = normal).

Quelle und Berechnung »

Das CDT tritt etwa 6 - 10 Tage nach übermäßigem und regelmäßigem Alkoholkonsum auf. Einmaliger Alkoholkonsum erhöht zwar die "Leberwerte", führt aber noch nicht zum CDT-Anstieg. Ebenfalls nach ca. 6 - 10 Tagen wird bei Alkoholabstinenz das CDT wieder normalisiert. Eine geringere Abstinenzzeit (z.B. 1-2 Tage vor einem Arztbesuch) lässt das CDT unbeeinflusst.

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Transferrin ist ein Transporteiweiß, das das aus der Nahrung resorbierte Eisen locker gebunden im Blut von Speicherorten zu Zielorten transportiert. Sein Vorkommen ist abhängig vom Alkoholkonsum.

Der CDT-Wert erhöht sich in der Regel, wenn im Laufe von mehreren (2-3) Wochen täglich durchschnittlich 60 g Alkohol (etwa eine Flasche Wein) getrunken werden. Bei gesunden Versuchspersonen lässt sich oft schon nach eintägigem überhöhten Alkoholkonsum ein Anstieg nachweisen. Nach Alkoholabstinenz bildet sich der CDT-Wert langsam zurück, die mittlere Halbwertzeit beträgt 14-17 Tage. Für Frauen ohne oder geringem Alkoholkonsum wird ein oberer Normwert von 26 U/l, für Männer ein solcher von 20 U/1 angegeben. Bei erneutem Alkoholkonsum nach Abstinenz steigt der CDT-Wert wieder schnell an.

Quelle:

CDT-Studie und umfangreiches Literaturverzeichnis (auf englisch) »

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+++ MCV = Mittleres korpuskuläres Volumen der roten Blutkörperchen

Das mittlere korpuskuläre Erythrozytenvolumen erhöht sich bei chronischem Alkoholmissbrauch über den Grenzwert von 95 fl.

Marker im Überblick »

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